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Ein Monat ohne Plastik – Teil 1

Einen Monat ohne Plastik auskommen. Das war der einzige Vorsatz, den ich mir für 2019 vorgenommen habe. Mir gehen die Berge an Plastikmüll, die ich im Müllraum unseres Hauses sehe auf die Nerven. Ich möchte etwas dagegen tun, dass unsere Ozeane voller Plastikmüll sind und ich möchte einfach mal wissen ob es wirklich so schwer ist, auf Plastik zu verzichten.

Die Gründe

Ich sitze gerade zuhause auf dem Sofa. Wenn ich rausschaue sehe ich einen wolkenverhangenen Himmel, Bäume die die ersten Knospen angesetzt haben und ein paar vereinzelte Menschen, die sich zum Schutz vor dem Wind in ihre Schals kuscheln. Was ich noch sehe ist ein kleiner Haufen bunter Tüten und Verpackungen. Ein Gelber Sack ist aufgerissen und sein Inhalt wird vom Wind munter in alle Richtungen verteilt. Wie passend, wo ich gerade dabei bin aufzuschreiben, wie sehr mich diese Müllproduktion in der heutigen Gesellschaft stört.

Jährlich sterben ca. 1 Millionen Seevögel und 100.000 Meerestiere durch Plastik. Jeder Deutsche produziert 37kg Plastikmüll pro Jahr und im Pazifik schwimmt ein Plastikteppich, der so groß ist wie Zentraleuropa. Diese Zahlen gehen mir seit einigen Monaten nicht mehr aus dem Kopf. Wir müllen unseren Planeten zu und das muss aufhören.

Je mehr ich mich informiere, umso schlimmer stellt sich das ganze Thema heraus. Wer schon einmal Urlaub in einem asiatischen Land gemacht hat, wird sicher gemerkt haben, wie viel Plastikmüll man dort antrifft. Wer nun aber denkt, das Problem läge daran, dass diese Länder ihren Müll einfach nicht in den Griff bekommen, denn hier zuhause haben wir ja ein tolles Recycling-System und unser Müll spielt bei der ganzen Sache doch keine Rolle – der irrt sich gewaltig! Strikte Mülltrennung ist zwar ein Anfang aber noch lange keine Lösung des Problems. Denn nur etwa die Hälfte der Verpackungen im Gelben Sack werden recycelt. Der Rest wird entsorgt und zwar in andere Länder. Plastik in den Ozeanen stammt also keineswegs nur von den anderen, sondern von jedem von uns. Hinzu kommt, dass beim Recyclen kein gleichwertiges Plastik hergestellt werden kann, sondern immer ein minderwertiges Produkt (zB Mülltüten) dabei herauskommen. Es muss also trotzdem immer neues Plastik in den Kreislauf gegeben werden.

Die Lösung heißt also nicht Recycling, sondern Reduzierung. Wir müssen den in den letzten Jahrzehnten stark gestiegenen Plastikkonsum drastisch reduzieren.

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Unsere Erde ist zu schön, um sie zuzumüllen!

Die Vorbereitung

Seit Anfang des Jahres habe ich darauf geachtet wann und warum ich besonders viel Plastik kaufe. Teilweise ist es einfach Bequemlichkeit (der Coffe-to-go-Becher, das abgepackte Gemüse aus dem Supermarkt) teilweise ist es aber auch wirklich schwer, Ersatz zu finden (Nudeln, Nüsse, Tofu). Das hat mich aber nicht abgeschreckt, sondern eher noch mehr angespornt. Die letzten Wochen habe ich bereits angefangen Obst und Gemüse auf dem Markt zu holen, meine eigenen Beutel in den Supermarkt mitzunehmen und auf Alternativen zu in Plastik verpackten Dingen zu achten.

Und so schlimm ich die Recherche zu Plastikverschmutzung fand, umso positiver stimmte mich die Recherche nach Möglichkeiten, den Konsum zu reduzieren. Ich habe gelernt, dass es inzwischen eine tolle Auswahl an unverpacktem Shampoo und anderen Kosmetikartikeln gibt, ich habe herausgefunden, dass es in Stuttgart einen Unverpackt-Laden gibt, in dem man seine eigenen Behälter mitbringen und auffüllen kann und allein durch das Bewusstsein für das Thema entdecke ich auch beim wöchentlichen Einkauf immer mehr Produkte, die zB in Glas statt Plastik verpackt sind.

So bunt können feste, unverpackte Shampoos und Cremes aussehen.

Die Umsetzung

Tja und jetzt ist es so weit. Seit Mittwoch, dem offiziellen Beginn der Fastenzeit, lebe ich plastikfrei. Oder versuche es zumindest. Denn trotz Vorbereitung und Information wird es glaube ich kein Leichtes. Ich war die letzten zwei Tage erkältet und da geht es schon los: Bonbons ohne Plastikverpackung – Fehlanzeige. Dafür hat der erste Einkauf im Unverpackt-Laden und auf dem Markt richtig Spaß gemacht. Ich bin gespannt, welche Hürden die nächsten Wochen noch auf mich zukommen und halte euch hier auf dem Laufenden.

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Unverpackt einkaufen macht Spaß. Einfach eigene Behälter mitbringen.

Quellen und Informationsseiten:

Süddeutsche Zeitung: Schluss mit dem Konsum für die Tonne

NABU – Abfall und Recycling

Recycling und der Gelbe Sack: It’s complicated!

Problem Plastik wächst weiter

Umweltbastion

Besser Leben ohne Plastik

Stadtkind Stuttgart: Plastikfrei durch Stuttgart

 

8 Comments

  1. Großartige Idee! Ich schließe mich dir an und werde versuchen in der Fastenzeit ohne Plastik auszukommen. Du sprichst ein Problem an, das auch mich umtreibt und wer weiß, wenn es in der Fastenzeit gelingt dann bestimmt auch darüber hinaus!

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    • Das finde ich super, dass du es auch versuchen möchtest. Ich denke, auch wenn man auf Dauer nicht 100% vermeiden kann stellt man doch fest, dass man in vielen Bereichen doch tolle Alternativen findet und den Plastikverbrauch zumindest zu einem Teil reduzieren kann.

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  2. Super Idee und sehr schwierig. Ich arbeite ua für einen Tauchshop und was da so an Plastik verbraucht wird ist unfassbar. Gerade von den großen Firmen kommt fast nichts an Rückmeldung wenn man die Tonnen an Umverpackung anspricht. Gerade “wir” taucher sollten ein gesteigertes Interesse an sauberen Meeren haben.

    Liked by 1 person

    • Ja es ist wirklich schwierig und teilweise auch so frustrierend? So oft wäre die Verpackung überhaupt nicht notwendig. Ich hoffe, dass bald auch bei den großen Firmen ein Umdenken stattfindet

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  3. Lilly l'amour says

    Hey, ich finde dein Vorhaben richtig vorbildlich! Ich achte selbst sehr auf meinen Plastikkonsum und habe auch einen Beitrag dazu geschrieben. Ich denke ich werde mich dieser Herausforderung auch mal stellen. Danke für die Inspiration und den tollen Beitrag!

    Liebste Grüße
    Lienna

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    • Das freut mich sehr. Es ist nicht immer einfach aber es tut gut sich mal über den eigenen Verbrauch bewusst zu werden 🙂

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  4. Pingback: Do it yourself – Oatmilk |

  5. Pingback: Ein Monat ohne Plastik – Teil 2 |

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