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Zwischen Bergen und Meer – Unser Frankreich Roadtrip

Zwei Wochen waren wir mit unserem VW Bus in Frankreich unterwegs. Von Stuttgart aus ging es in die Nationalparks rund um Grenoble, dann die Cote D’Azur entlang und über die Provence wieder zurück. Mehr Vielfalt kann man in einen Urlaub gar nicht packen.

Berge und Wälder wie in Kanada

Unser erster Stop führte uns in den Vercors Nationalpark etwas unterhalb von Grenoble. Ich hatte gelesen, dass man hier gut wandern kann und es bot sich perfekt als Zwischenstopp auf dem Weg ans Meer an. Tja und was soll ich sagen? Kaum dass wir die Autobahn verlassen und ins Innere des Nationalparks vorgerückt sind, begann das Abenteuer. Ich habe mich direkt schockverliebt. Neben uns ragte ein Berg auf, der geradewegs aus dem Grand Canyon zu kommen schien. Die kurvenreiche Straße schlängelte sich durch verzauberte Waldwege und kleine Steinhäuser mit blau gestrichenen Fensterläden kuschelten sich an die Berghänge.

Wir verbrachten zwei Nächte auf einem kleinen und noch komplett verlassenen Campingplatz in Chattillon-en-Diois. Das kleine Örtchen schien gerade erst aus dem Winterschlaf zu erwachen und die ruhigen Gassen waren sehr willkommen für einen Abendspaziergang.

Auf unserer Wanderung wollten wir unbedingt einen erneuten Blick auf den so toll geformten Felsen werfen, den Mont Aiguille. Wir starteten also etwas hinter dem Ort Trechenu-Creyers und folgten dem Weg immer weiter den Berg hinauf. Oben hatte es noch etwas mehr Schnee, als wir gedacht hätten aber gerade das hatte auch seinen Charme. Auf der einen Seite sprießen die ersten Krokusblüten aus der Wiese und auf der anderen ist noch eine geschlossene Schneedecke.

Ebenfalls angetan hat es uns die Stadt Die nur ein paar Kilometer von unserem Übernachtungsplatz entfernt. Perfekt, um ein bisschen durch die Gassen zu schlendern und bei einem Kaffee die Sonne zu genießen.

Auf dem Weg weiter Richtung Meer sind wir ganz durch Zufall auf einen tollen Fotospot gestoßen. Auf einmal türmten sich vor uns auf der Straße Felsblöcke auf und neben uns fand ein Wasserfall seinen Weg nach unten. Da konnten wir natürlich nicht einfach weiter fahren, sondern haben uns samt Kamera den Weg nach unten gesucht. Das ist eines der Dinge, die ich an Roadtrips so liebe. Man entdeckt immer wieder tolle Plätze und kann einfach anhalten und diese erkunden.

Meer, Sonne, Felsen

Unser nächster Stop führte uns nach Cassis, eine kleine Stadt an der Cote D’Azur nicht weit von Marseille. Im Sommer ist hier sicherlich die Hölle los aber noch hielten sich die Menschenmengen in Grenzen, auch wenn es uns nach den verlassenen Bergen schon fast hektisch vorkam. Also hielten wir uns nicht lange in der Stadt auf, sondern schnürten erneut die Wanderschuhe. Zu Fuß erkundeten wir die bekannten Calanques – fjordartige Buchten im Nationalpark zwischen Cassis und Marseille. Türkisfarbenes Wasser, steil abfallende Felshänge und strahlender Sonnenschein. Diesen Ort werde ich sicher nicht so schnell vergessen.

Im Sommer ist es verboten, den Nationalpark zu betreten, da sehr hohe Brandgefahr herrscht und auch weil die Massen an Touristen der Natur schaden. Doch in der ruhigen Nebensaison ist es auf jeden Fall einen Besuch wert.

Hotspot für Kite-Surfer

Die Fahrt an der Küste entlang führte und als nächstes auf die Halbinsel Hyeres, welche besonders bei Kite-Surfern beliebt ist. Da wir jedoch nicht zum Surfen herkamen, suchten wir uns einen Platz an der dem offenen Meer zugewandten Seite der Insel. Dort ist es etwas felsiger und man kann schöne Spaziergänge am Wasser entlang unternehmen.

Nach den spektakulären Calanques konnten die kleinen Buchten hier allerdings nicht wirklich mithalten. Dafür entschieden wir uns, bei Sonnenaufgang zu einer nahe gelegenen Bucht zu wandern und das hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Stürmische Wanderung zum Cap Camarat

Der letzte Stop am Meer war für uns das Cap Camarat in der Nähe von Saint Tropez. Leider schlug das Wetter zu dem Zeitpunkt etwas um und es wurde sehr windig. Wir wollten dennoch die Umgebung erkunden und folgten dem kleinen Küstenpfad am unteren Ende des bekannten Plage de Pampelonne, dem längsten Sandstrand in der Umgebung. Der Pfad führt entlang den ins Meer abfallenden Felsen und bietet spektakuläre Ausblicke, die zum Träumen einladen.

Insgesamt kann man drei Kaps umrunden, das Cap Camarat, das Cap Taillat und das Cap Lardier. Dafür sollte man aber einen kompletten Tag einplanen. Aufgrund des Windes haben wir etwas früher umgedreht, waren aber dennoch beeindruckt von der tollen Landschaft.

Sehnsucht nach Lavendelfeldern

Langsam hieß es dann für uns, den Heimweg anzutreten. Auf dem Weg zurück machten wir noch einen Stop am Vercors-Canyon in der Provence. Das türkisblaue Wasser der Schlucht konnte auf jeden Fall mit dem der Calanques mithalten.

Auf dem Weg zum Eingang der Schlucht entdeckten wir außerdem ein weiteres tolles Örtchen: Moustiers-Sainte-Marie. Die engen Gassen führen den Berg hinauf und mitten durch den Ort fließt ein Wasserfall. Zeit, noch ein paar Souveniers zu kaufen. Der einzig negative Punkt der ganzen Reise waren wohl die Lavendelfelder rund um den Stausee. Und zwar, weil sie noch keine Blüten trugen. Die endlosen Reihen kleiner Büsche ließen jedoch zu gut erahnen, wie toll hier alles im Sommer aussehen muss, gekleidet in ein lila Blütenmeer. Definitiv ein Grund, nochmal wieder zu kommen.

Bis es wieder los geht bleibt nur das Träumen vom Meer.
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