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Eine Nacht in den Bergen

Einmal mit dem Zelt in den Bergen übernachten. Seit einiger Zeit geht mir dieser Gedanke nicht aus dem Kopf und nun haben wir es tatsächlich ausprobiert! Es wird sicherlich nicht das letzte Mal bleiben.

Das Piepen des ersten Vogels weckt mich an diesem Morgen – ein echter Frühaufsteher, denn die Dämmerung lässt sich gerade erst erahnen. Trotzdem bin ich direkt hellwach und kann es kaum erwarten, den ersten Blick aus dem Zelt zu erhaschen. Und der ist genauso traumhaft, wie ich es mir vorgestellt habe. Im glasklaren Wasser spiegeln sich die Berge, die frische Morgenluft vertreibt noch den letzten Rest Müdigkeit und der wolkenlose Himmel verspricht einen wundervollen Tag. Während wir uns einen schnellen Kaffee machen, fallen die ersten Sonnenstrahlen auf die Spitzen der Berge und tauchen sie in ein kräftiges Orange.

Das Projekt Schlafen am Berg geistert mir schon eine Weile im Kopf herum. So sehr ich es liebe, mit unserem Van Emil auf Tour zu sein, manchmal möchte man einfach früh morgens oben am Berg stehen oder den Sonnenuntergang vom Gipfel aus beobachten. Und nicht immer ist es möglich und ratsam im Dunkeln los oder zurück zu laufen.

Was mich bisher immer abgeschreckt hat, war das Thema Ausrüstung. Was muss man alles mitnehmen? Ist das nicht viel zu schwer, um damit auf einen Berg zu steigen? Werde ich nachts im Zelt erfrieren? Die Entscheidung, es jetzt einfach mal zu versuchen kam dann super spontan. Es ist Mitte September und das Wochenende sollte bombastisch werden. Vielleicht die letzte Chance dieses Jahr, es noch zu machen. Mittwochs fuhren wir zu meinen Eltern, um uns deren altes Zelt auszuleihen und am Freitag Abend ging es los Richtung Berge. Für den Anfang haben wir uns eine eher leichte und nicht allzu lange Tour ausgesucht.

Ca. drei Stunden wandern wir zunächst steil bergauf, dann über hügelige Wiesen und an zwei Seen entlang. Obwohl wir viel Gepäck haben, geht es sehr gut zu Laufen. Ein guter Rucksack ist aber essentiell! Wir haben einen 40L und einen 30L Rucksack dabei gehabt. Das Zelt und die Schlafsäcke haben wir außen an den Rucksäcken befestigt, den Rest innen verstaut.

Der ursprüngliche Plan war es, ganz oben am Gipfel zu übernachten. Doch obwohl es den ganzen Tag traumhaftes Wetter war, zog es auf einmal stark zu. Nebelschwaden tauchten alles in eine gespenstische Stimmung und es kühlte deutlich ab. Weil wir uns nicht ganz sicher waren, ob unser altes Zelt bei möglichem Regen dicht bleibt und es oben am Gipfel zudem sehr zugig wurde, beschlossen wir einen kleinen Teil wieder abzusteigen und einen geschützteren Platz zu suchen. Mit Einbruch der Dunkelheit war der Nebel dann sogar schon wieder verschwunden.

Meine Sorge, es könnte nachts zu kalt werden war völlig unbegründet. Mit einem guten Schlafsack und einer Fleecedecke war es sogar mollig warm im Zelt.

Früh am nächsten Morgen machten wir uns dann wieder auf zum Gipfel und konnten dieses Mal die Aussicht bei wolkenlosem Himmel bestaunen.

Mein Fazit: Das Zelten am Berg war wirklich etwas ganz Besonderes und ich werde es auf jeden Fall nochmal machen. Gute Ausrüstung ist dabei aber wichtig und das alte Zelt meiner Eltern hat seine besten Tage wirklich hinter sich 😀 Im nächsten Jahr legen wir uns vielleicht ein neues zu und können dann noch viele weitere Touren machen.

Wichtig:

Bitte informiert euch vorab, ob Zelten erlaubt ist und ob es geeignete Plätze gibt. Und noch viel wichtiger, verhaltet euch angemessen! Hinterlasst den Platz so, wie ihr ihn vorgefunden habt. Nehmt euren Müll wieder mit oder macht am besten erst gar keinen. Baut das Zelt nicht auf empfindlichen Pflanzen o.Ä. auf. Habt einfach etwas Respekt vor der Natur, in der ihr hier zu Gast seid.

Unsere Ausrüstung:

  • Zwei Rucksäcke (40L und 30L): mit gutem Hüftgurt für besseren Tragekomfort und Möglichkeit außen Dinge zu befestigen.
  • Zelt: Am besten eins, das sehr klein zusammen geht und leicht ist. Ohne viele Stangen und Schnickschnack.
  • Isomatten: Sollten ebenfalls klein zusammen gehen.
  • Schlafsäcke: Unsere sind für um die 0 Grad gut geeignet, im Extremfall gehen sie bis -5 Grad.
  • Fleecedecke (im Hochsommer braucht man vermutlich keine aber wenn es Richtung Herbst geht schadet es nicht)
  • Gaskocher: Wir haben eine kleine Gaskartusche mit abnehmbarem Aufsatz. Sehr praktisch und klein verstaubar.
  • Feuerzeug (sonst hilft euch der Gaskocher nichts)
  • Kaffee- oder Teekanne, Tassen, optional Topf (falls ihr warm Essen wollt), Besteck.
  • Zahnbürste und -pasta
  • Warme Kleidung (am besten Zwiebellook)

Was vergessen? Pro Tipps? Schreibt mir in die Kommentare – ich freue mich.

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