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Eine Nacht in den Bergen

Einmal mit dem Zelt in den Bergen übernachten. Seit einiger Zeit geht mir dieser Gedanke nicht aus dem Kopf und nun haben wir es tatsächlich ausprobiert! Es wird sicherlich nicht das letzte Mal bleiben.

Das Piepen des ersten Vogels weckt mich an diesem Morgen – ein echter Frühaufsteher, denn die Dämmerung lässt sich gerade erst erahnen. Trotzdem bin ich direkt hellwach und kann es kaum erwarten, den ersten Blick aus dem Zelt zu erhaschen. Und der ist genauso traumhaft, wie ich es mir vorgestellt habe. Im glasklaren Wasser spiegeln sich die Berge, die frische Morgenluft vertreibt noch den letzten Rest Müdigkeit und der wolkenlose Himmel verspricht einen wundervollen Tag. Während wir uns einen schnellen Kaffee machen, fallen die ersten Sonnenstrahlen auf die Spitzen der Berge und tauchen sie in ein kräftiges Orange.

Das Projekt Schlafen am Berg geistert mir schon eine Weile im Kopf herum. So sehr ich es liebe, mit unserem Van Emil auf Tour zu sein, manchmal möchte man einfach früh morgens oben am Berg stehen oder den Sonnenuntergang vom Gipfel aus beobachten. Und nicht immer ist es möglich und ratsam im Dunkeln los oder zurück zu laufen.

Was mich bisher immer abgeschreckt hat, war das Thema Ausrüstung. Was muss man alles mitnehmen? Ist das nicht viel zu schwer, um damit auf einen Berg zu steigen? Werde ich nachts im Zelt erfrieren? Die Entscheidung, es jetzt einfach mal zu versuchen kam dann super spontan. Es ist Mitte September und das Wochenende sollte bombastisch werden. Vielleicht die letzte Chance dieses Jahr, es noch zu machen. Mittwochs fuhren wir zu meinen Eltern, um uns deren altes Zelt auszuleihen und am Freitag Abend ging es los Richtung Berge. Für den Anfang haben wir uns eine eher leichte und nicht allzu lange Tour ausgesucht.

Ca. drei Stunden wandern wir zunächst steil bergauf, dann über hügelige Wiesen und an zwei Seen entlang. Obwohl wir viel Gepäck haben, geht es sehr gut zu Laufen. Ein guter Rucksack ist aber essentiell! Wir haben einen 40L und einen 30L Rucksack dabei gehabt. Das Zelt und die Schlafsäcke haben wir außen an den Rucksäcken befestigt, den Rest innen verstaut.

Der ursprüngliche Plan war es, ganz oben am Gipfel zu übernachten. Doch obwohl es den ganzen Tag traumhaftes Wetter war, zog es auf einmal stark zu. Nebelschwaden tauchten alles in eine gespenstische Stimmung und es kühlte deutlich ab. Weil wir uns nicht ganz sicher waren, ob unser altes Zelt bei möglichem Regen dicht bleibt und es oben am Gipfel zudem sehr zugig wurde, beschlossen wir einen kleinen Teil wieder abzusteigen und einen geschützteren Platz zu suchen. Mit Einbruch der Dunkelheit war der Nebel dann sogar schon wieder verschwunden.

Meine Sorge, es könnte nachts zu kalt werden war völlig unbegründet. Mit einem guten Schlafsack und einer Fleecedecke war es sogar mollig warm im Zelt.

Früh am nächsten Morgen machten wir uns dann wieder auf zum Gipfel und konnten dieses Mal die Aussicht bei wolkenlosem Himmel bestaunen.

Mein Fazit: Das Zelten am Berg war wirklich etwas ganz Besonderes und ich werde es auf jeden Fall nochmal machen. Gute Ausrüstung ist dabei aber wichtig und das alte Zelt meiner Eltern hat seine besten Tage wirklich hinter sich 😀 Im nächsten Jahr legen wir uns vielleicht ein neues zu und können dann noch viele weitere Touren machen.

Wichtig:

Bitte informiert euch vorab, ob Zelten erlaubt ist und ob es geeignete Plätze gibt. Und noch viel wichtiger, verhaltet euch angemessen! Hinterlasst den Platz so, wie ihr ihn vorgefunden habt. Nehmt euren Müll wieder mit oder macht am besten erst gar keinen. Baut das Zelt nicht auf empfindlichen Pflanzen o.Ä. auf. Habt einfach etwas Respekt vor der Natur, in der ihr hier zu Gast seid.

Unsere Ausrüstung:

  • Zwei Rucksäcke (40L und 30L): mit gutem Hüftgurt für besseren Tragekomfort und Möglichkeit außen Dinge zu befestigen.
  • Zelt: Am besten eins, das sehr klein zusammen geht und leicht ist. Ohne viele Stangen und Schnickschnack.
  • Isomatten: Sollten ebenfalls klein zusammen gehen.
  • Schlafsäcke: Unsere sind für um die 0 Grad gut geeignet, im Extremfall gehen sie bis -5 Grad.
  • Fleecedecke (im Hochsommer braucht man vermutlich keine aber wenn es Richtung Herbst geht schadet es nicht)
  • Gaskocher: Wir haben eine kleine Gaskartusche mit abnehmbarem Aufsatz. Sehr praktisch und klein verstaubar.
  • Feuerzeug (sonst hilft euch der Gaskocher nichts)
  • Kaffee- oder Teekanne, Tassen, optional Topf (falls ihr warm Essen wollt), Besteck.
  • Zahnbürste und -pasta
  • Warme Kleidung (am besten Zwiebellook)

Was vergessen? Pro Tipps? Schreibt mir in die Kommentare – ich freue mich.

Der perfekte Roadtrip durch die Bretagne

3 Wochen, zwei Personen, ein Bus – mit unserem Van Emil ging es im Juli auf einen unvergesslichen Roadtrip durch die Bretagne. Eine so vielfältige und beeindruckende Küste habe ich schon lange nicht mehr gesehen und die Region bietet sich perfekt an für eine Rundreise.

Die letzten Sachen einpacken und los – schon auf der Autobahn setzt die Urlaubsstimmung ein. Die Sonne im Gesicht, Musik im Ohr und das Meer als Ziel fest im Blick. Unser erster Stop liegt noch in der Normandie, der zweite genau auf der Grenze zwischen den beiden Regionen. Sowohl die traumhaften weißen Klippen von Étretat, als auch die verwunschene Stadt Mont-Saint-Michel sind auf jeden Fall eine Reise wert. Beide sind zwar sehr beliebte Touristenziele und daher in der Hauptsaison recht voll, wie ihr die Massen umgehen könnt, habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst.

Saint Malo

Unser erster Stop tatsächlich in der Bretagne ist die Hafenstadt Saint Malo. Ein wirklich hübsches Städtchen mit viel kleinen Gassen zwischen den hohen Gebäuden, zahlreichen Restaurants und einem beeindruckenden Hafen. Mein Highlight ist definitiv die Stadtmauer, auf der man hoch oben einmal um die Stadt herumlaufen kann. Mein liebster Fotospot befindet sich ebenfalls auf der Mauer, mit Blick auf den Steg zum Leuchtturm und auf den Hafen.

La Cote Granit Rose – die rosa Granitküste

Weiter geht es entlang der Nordküste Frankreichs. Die Cote Granit Rose besteht, wie der Name schon sagt, aus Granitfelsen, die eine tolle braun-rosa Farbe haben. Die riesigen Felsen und runden Steine verleihen der Küste ein ganz eigenes Gesicht. Kilometerweit kann man auf kleinen Pfaden die Küste entlangwandern und zwischendurch in kleinen Buchten ins erfrischende, türkisblaue Wasser springen.

Brest & Phare du Petit Minou

Unser nächster Stop führt uns weiter nach Süden. Nahe der Stadt Brest gibt es einen kleinen Leuchtturm, den Phare du Petit Minou. Auch hier gibt es eine schöne Küstenlinie, doch die runden Felsen aus dem vorherigen Stop werden nun ersetzt durch schroffere Steine. Es finden sich allerdings auch schöne Buchten mit feinem Strand. Wir sichten die ersten Surfer, die sich in die Wellen stürzen.

Die Halbinsel Crozon

Auch wenn ich mich wirklich schwer entscheiden kann, einen Favoriten unserer Reise zu benennen, ich denke der Nationalpark auf der Crozon Halbinsel ist ganz vorne mit dabei. Hier gibt es wirklich von allem etwas. Traumhafte breite Strände, Felsen und Klippen, türkisfarbenes Wasser und wunderschöne Wanderwege zwischen kleinen Büschen mit bunten Blüten und mit Blick aufs Wasser. Surfen, Wandern, Fahrrad fahren, Schwimmen, hier kann man wirklich alles machen. Wir verbringen einige Tage auf der Halbinsel und legen verschiedene Stops ein.

Südlich der Stadt Crozon kommt man in das Örtchen Morgat. Hier ist uns noch etwas zu viel Trubel, weshalb wir der Straße weiter nach Süden folgen. Der Strand Plage de la Palue ist einer meiner Lieblingsstrände auf der Halbinsel. Egal, ob unten am Wasser oder hoch oben auf den Klippen, die Aussicht ist einfach spektakulär.

Einer der wohl bekanntesten Aussichtspunkte ist der Pointe de Pen Hir. Die schroffen, von Wellen geformten Felsen sind wirklich beeindruckend. Allerdings ist hier deutlich mehr los, als an den Stränden und Aussichtspunkten, die wir hier sonst besucht haben.

Pointe de la Torche

Der nächste Punkt auf unserem Roadtrip ist der Surf-Hotspot Pointe de la Torche. Der kilometerlange Sandtrandstrand nördlich des kleinen Felszipfels ist aber auch einfach ein Traum, sowohl für Wellen- als auch Windsurfer. Hinter dem Sandstrand befindet sich ein kleiner Dünenwall, der mit seinen vielen leicht bewachsenen Hügeln und den kleinen Zäunen zum Spazieren und Fotografieren einlädt.

Quiberon Halbinsel

Weiter geht es die Küste entlang bis zur Quiberon Halbinsel. Da uns nach dem letzten Stop die Surflust gepackt hat, verbringen wir auch hier noch ein paar Tage mit Surfen. Die Strände sind etwas kleiner, dadurch hat man nicht ganz so viel Platz wie in la Torche aber die Felsenkulissen hier sind wirklich toll. Besonders schön ist der Steinbogen Arche de Port Blanc. Eigentlich wollten wir von hier aus noch einen Tagesausflug auf die Belle Ile machen, eine vorgelagerte Insel, die sich gut mit der Fähre erreichen lässt. Das schaffen wir leider nicht mehr. Dafür geht es mit dem Fahrrad einmal um die Halbinsel, was auch eine sehr schöne Tour ist.

Und dann heißt es auch schon ‘Auf Wiedersehen’ sagen – so schnell können drei Wochen vorbeigehen. Ein Wiedersehen wird es bestimmt geben, denn sowohl hier im Norden der Bretagne als auch die Küste entlang weiter nach Süden gibt es noch so viele schöne Orte zu entdecken.

Wer mit dem Van oder Camper unterwegs ist, ist in der Bretagne wirklich in einem Paradies. Es gibt so viel zu entdecken, überall Campingplätze und auch viele Stellplätze, auf denen man mal eine Nacht wild übernachten kann – mit Blick aufs Meer. Erlaubt ist es zwar nicht aber an den meisten Orten, die wir gesehen haben, wird es geduldet. Einfach Ausschau halten und natürlich alles wieder sauber verlassen!

Zwei Hotspots in der Normandie und wie ihr die Massen umgeht

Weiße Felsen ragen in den Himmel, unten das blau schimmernde Meer, oben saftig grüne Wiesen. Nur ein paar Stunden weiter: Sand und Wasser neben wiegenden, Gold schimmernden Grashalmen und in der Ferne eine Stadt wie aus einem Film. Kreisrund und oben spitz zulaufende Türme, eine Kirche thront über allem. Die Rede ist von zwei der schönsten Orte Frankreichs: Die Alabasterfelsen von Étretat und die Stadt Mont-Saint-Michel. Beides auf jeden Fall eine Reise wert und mit ein paar Tricks könnt ihr diese wundervollen Orte auch in der Hochsaison (fast) ganz für euch haben.

Falaises d’Étretat

Der erste Stop unserer Rundreise durch die Normandie und Bretagne ist gleich ein echtes Highlight. Die weißen Klippen an der Nordküste Frankreichs sind wirklich beeindruckend und man kann wundervoll die Küste entlang wandern. Entweder hoch oben über dem Wasser oder bei Ebbe auch unten am Strand mit der Steilwand neben sich.

Die Stadt Étretat selbst ist zwar ganz nett aber für meinen Geschmack viel zu touristisch. Hier drängen sich die Menschenmengen durch die kleinen Gassen und an der Promenade entlang. Der Blick von der Promenade ist aber auf jeden Fall lohnenswert und hier kann man auch gut verschiedene Wanderungen starten.

Wer es ruhiger mag, sollte in den frühen Morgenstunden oder später am Abend vorbeischauen. Wir sind immer erst gegen 19:30 los und da es im Sommer hier bis 23:00 hell ist, hat man immer noch genug Zeit, die Gegend zu erkunden und wird mit etwas Glück noch mit einem tollen Sonnenuntergang beschenkt. Richtet man den Blick von der Promenade nach links, sieht man die wohl bekannteste Felsformation – ein Torbogen und daneben ein freistehender Fels im Wasser. Folgt man dem Pfad am Ende der Promenade bergauf kommt man zu einem Aussichtspunkt und kann oben die Felsen entlang bis zum Leuchtturm Phare d’Antifer laufen. Ein toller Weg und je weiter man sich von der Stadt entfernt, umso leerer wird es.

Bei Ebbe empfehle ich euch aber auf jeden Fall, unten am Strand entlangzulaufen. Durch einen Tunnel kommt man vom Strand bei Etretat zum nächsten Strand und auch an dessen Ende kann man wieder durch einen Felsvorsprung hindurch und so weiter. Manchmal muss man den Weg durch die Felsen etwas suchen, oder eine Leiter hinauf oder hinunter aber man kommt recht weit und wird mit teilweise menschenleeren Buchten belohnt. Schon nach dem zweiten Strand begegneten wir nur noch vereinzelt anderen Wanderern. Wer diesen Weg geht sollte nur unbedingt den Gezeitenplan lesen und darauf achten, wann das Wasser zurückkommt. Die Durchgänge durch die Felsen sind oft nur bei Ebbe begehbar. Wer zu spät dran ist muss im Zweifel mehrere Stunden warten, bis das Wasser wieder geht. Ihr könnt entweder am Strand entlang wieder zurück oder fast beim Leuchtturm gibt es einen Weg vom Strand wieder die Klippen hinauf und man kann oben entlang zurückkehren.

Mont-Saint-Michel

Als ich das erste Mal Bilder von Mont-Saint-Michel sah, konnte ich gar nicht glauben, dass ein solcher Ort tatsächlich real ist. Es sah mehr nach einer von Filmemachern digital erbauten Stadt aus. Und dann war sie auch noch perfekt auf unserer Route gelegen. Ein Zwischenstopp musste also auf jeden Fall sein, auch wenn ich schon vorher gehört hatte, dass es hoffnungslos überfüllt ist.

Und als wir uns der Stadt näherten zeichnete sich schon das Bild des perfekten Touri-Hotspots ab. Reisebusse transportierten Unmengen an Menschen mit Kameras heran, riesige Parkplätze in der Nähe alle randvoll. Das konnte ja heiter werden. Der kleine Ort, von dem aus man zum Mont-Saint-Michel startet ist durch eine Schranke abgegrenzt und besteht eigentlich nur aus Hotels und einem Campingplatz. Ohne Reservierung kommt man hier nicht weiter. Wir reservierten jedoch kurzerhand einen Platz auf dem Campingplatz. Da viele hier nur einen oder zwei Tage bleiben, gibt es auch in der Hauptsaison eigentlich immer einen freien Platz. Der Campingplatz an sich ist ganz ok, zumindest hat man hier nicht das Gefühl mitten zwischen den Massen zu sein und als Ausgangspunkt ist der perfekt.

Auch für den Mont-Saint-Michel gilt, die Hauptzeiten zu meiden und am besten früh am Morgen oder abends vorbeizuschauen. Ist sowieso viel besser, denn da ist das Licht zum Fotografieren optimal. Um die Stadt von Innen zu besichtigen, sind wir um 7:30 morgens losgelaufen und vom Campingplatz zum Steg, der in die Stadt führt sind es nur ein paar Minuten. Die Stimmung am Morgen ist toll, es sind fast keine Menschen unterwegs und wir können Bilder mit leerem Steg und der Stadt im Hintergrund machen. Die Wiesen sind in zartes Licht getaucht und teilweise hängt noch etwas Nebel über dem Gras. Auch in der Stadt sind kaum Touristen unterwegs. Ein paar Einheimische beliefern die Restaurants mit Lebensmitteln für den Tag.

Die Gassen der Stadt laden wirklich ein, sie zu erkunden. Klein und verwinkelt mit schnuckeligen Steinhäuschen dicht an dicht gebaut. Auch ein Rundgang auf der Stadtmauer ist Pflicht, mit tollem Blick über das Watt. Wir genießen die Ruhe, verspeisen unser mitgebrachtes Frühstück in Gesellschaft zweier Möwen und beobachten, wie die Stadt zum Leben erwacht. Die ersten Shuttle-Busse bringen Touristengruppen an und die Straßen werden voller. Um 9:00 öffnet die Kathedrale und spätestens jetzt ist man nicht mehr alleine. Obwohl wir direkt zum Ticketschalter gehen, hat sich schon eine kleine Schlange gebildet. Die Besichtigung kostet 10€ und ist das Geld auf jeden Fall wert. Es ist wirklich beeindruckend, was für ein Gebäude hier auf den kleinen Berg gebaut wurde. Riesige Hallen, die Kirche mit dem auf dem Turm thronenden Erzengel, nach dem die Stadt benannt ist und ein schön angelegter Garten.

Als wir uns nach der Besichtigung der Kathedrale auf den Rückweg machen, sind wir froh gehen zu können. Denn jetzt wird es voll. Menschentrauben plündern die kleinen Souvenir-Läden, machen Selfies auf der Brücke und pilgern durch das Watt. Nichts wie weg hier.

Den Tag verbringen wir mit einem Nickerchen im Schatten, einem guten Buch und leckerem Essen. Erst als gegen 20:00 das Licht beginnt golden zu werden, machen wir uns wieder auf den Weg. Dieses Mal ist jedoch nicht die Stadt selbst das Ziel, sondern wir machen es uns mit einer Picknickdecke und einer Flasche Wein ein gutes Stück entfernt im flachen Gras, kurz vor Beginn des Watts, gemütlich. Außer ein paar vereinzelten Fotografen ist hier niemand. In der Ferne sehen wir, ein paar Menschen auf dem Steg zur Stadt aber bei weitem nicht mehr so viele, wie am Mittag. Als perfekte Krönung werden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt und können gar nicht genug Bilder machen.

Beide Sehenswürdigkeiten, so unterschiedlich sie sind, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Wer in der Hauptsaison zwischen Juni und September herkommt kann trotzdem etwas Einsamkeit finden. Der Trick ist, antizyklisch zu gehen und früh morgens oder am Abend die Gegen zu erkunden. Den Schlaf kann man mittags prima nachholen und alle anderen dürfen sich in der Hitze durch die Menge kämpfen.

Habt ihr einen oder beide Orte schon besichtigt? Und habt ihr vielleicht noch weitere Tipps? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Meine Lieblings-Fotospots am Plansee und Heiterwanger See

Türkisblaues Wasser, eine tolle Bergkulisse und eine kleine Bucht nach der anderen. Der Heiterwanger See und Plansee sind tolle Orte zum Wandern, Baden oder einfach in der Sonne liegen. Und auch zum Fotografieren. Hier meine beiden Lieblingsspots.

Beide Seen liegen in Österreich in der Nähe von Reutte. Sie sind damit weniger als 3 Stunden von Stuttgart entfernt. Perfekt für einen Wochenendtrip.

Heiterwanger See

Der Heiterwanger See ist mein heimlicher Favorit, da er etwas kleiner und familiärer ist. Außerdem führt keine Straße drum herum, dadurch ist es auch etwas idyllischer. Es gibt einen tollen Wanderweg einmal komplett um den See herum. Auf der einen Seite führt ein eher breiter Weg, den man auch gut mit dem Fahrrad zurücklegen kann. Die andere Seite ist Naturschutzgebiet und es gibt nur einen Wanderpfad, der jedoch auch sehr schön zu Laufen ist.

Entlang der Runde findet man wunderschöne Flecken. Die Farbe des Wassers ändert sich je nach Winkel und Sonneneinstrahlung die ganze Zeit über und schwankt zwischen tiefblau, türkis und grünlich. Am oberen Ende des Sees gibt es wunderschöne Badebuchten und auch zwei Grillstellen, die zu einer Pause einladen. Dort gibt es auch einen wunderschönen romantischen Steg auf den See hinaus. Die perfekte Foto-Location! Wasser, Bergkulisse und die tollen Holzpfosten. Besser kann man es sich nicht wünschen.

Wir haben das auch gleich mal ausgenutzt und unzählige verschiedene Bilder aus allen Winkeln gemacht 🙂 Ich kann mir auch vorstellen, dass man hier zum Sonnenauf- oder Untergang richtig tolle Bilder schießen kann.

Um den Steg zu finden, müsst ihr den Hauptweg etwas verlassen und entlang eines kleinen Waldes gehen. Man kann ihn aber eigentlich nicht verfehlen und sieht ihn schon aus der Ferne wenn man den größeren Weg entlang geht.

Der Weg führt einmal um den See. An der rechten Markierung befindet sich der Steg.

Plansee

Der Plansee liegt direkt neben dem Heiterwanger See, die beiden sind sogar verbunden und man kann auch zu Fuß gut vom einen zum anderen See laufen. Der Plansee ist jedoch deutlich größer als der Heiterwanger See. Auch hier gibt es einen Rundweg um den See, doch an einer Seite ist eine Straße, die auch recht stark befahren ist. Die Runde ist daher wahrscheinlich nicht ganz so ruhig.

Ein sehr bekannter Fotospot ist das Bootshaus am unteren Ende des Sees in der Nähe des Campingplatzes. Ich fand die Hütte aber im Vergleich zum Aussichtspunkt nicht ganz so beeindruckend.

Der Aussichtspunkt liegt ebenfalls am unteren Ende des Sees und ermöglicht einen Blick über den gesamten Plansee und auch zum Heiterwanger See. Die Sicht ist wirklich beeindruckend und der See erinnert durch seine Gabelung und die steilen Berge fast an ein Fjord.

Der Aussichtspunkt ist allerdings kein offizieller und auch der Weg dorthin ist nicht offiziell ausgeschildert. Dennoch ist er gut zu begehen und auch nicht allzu schwer zu finden. Wer den Plansee entlangläuft in Richtung Heiterwanger See kommt nach ca 15-20 Minuten an einem Geröllfeld vorbei. Direkt danach führt ein kleiner Pfad rechts den Berg hoch.

Heiterwanger See und Plansee sind verbunden. Die obere Markierung zeigt ca den Aussichtspunkt.

Der Ausblick möchte verdient sein und so geht es etwa eine Stunde ziemlich steil bergauf. Schon unterwegs erhascht man tolle Blicke auf den See. Und plötzlich lichtet sich der Wald und nach einer Kurve kommt man zum Aussichtspunkt. Ein paar wenig vertrauenerweckende Stahlseile führen noch weiter nach oben doch hier wird der Weg rutschig und unsicher. Der Blick lohnt sich auch schon von hier, so dass man das letzte Stück nicht mehr unbedingt gehen muss.

Beide Seen sind auf jeden Fall eine Reise wert und sind super kombinierbar. Am Plansee gibt es zwei Campingplätze und am Heiterwanger See auch einen. Für uns wird es sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir dort waren. Es gibt noch unzählige tolle Wanderwege in den Bergen rund um die Seen und ich freue mich jetzt schon darauf, nach der Wanderung ins erfrischende Wasser zu springen.

Zwischen Bergen und Meer – Unser Frankreich Roadtrip

Zwei Wochen waren wir mit unserem VW Bus in Frankreich unterwegs. Von Stuttgart aus ging es in die Nationalparks rund um Grenoble, dann die Cote D’Azur entlang und über die Provence wieder zurück. Mehr Vielfalt kann man in einen Urlaub gar nicht packen.

Berge und Wälder wie in Kanada

Unser erster Stop führte uns in den Vercors Nationalpark etwas unterhalb von Grenoble. Ich hatte gelesen, dass man hier gut wandern kann und es bot sich perfekt als Zwischenstopp auf dem Weg ans Meer an. Tja und was soll ich sagen? Kaum dass wir die Autobahn verlassen und ins Innere des Nationalparks vorgerückt sind, begann das Abenteuer. Ich habe mich direkt schockverliebt. Neben uns ragte ein Berg auf, der geradewegs aus dem Grand Canyon zu kommen schien. Die kurvenreiche Straße schlängelte sich durch verzauberte Waldwege und kleine Steinhäuser mit blau gestrichenen Fensterläden kuschelten sich an die Berghänge.

Wir verbrachten zwei Nächte auf einem kleinen und noch komplett verlassenen Campingplatz in Chattillon-en-Diois. Das kleine Örtchen schien gerade erst aus dem Winterschlaf zu erwachen und die ruhigen Gassen waren sehr willkommen für einen Abendspaziergang.

Auf unserer Wanderung wollten wir unbedingt einen erneuten Blick auf den so toll geformten Felsen werfen, den Mont Aiguille. Wir starteten also etwas hinter dem Ort Trechenu-Creyers und folgten dem Weg immer weiter den Berg hinauf. Oben hatte es noch etwas mehr Schnee, als wir gedacht hätten aber gerade das hatte auch seinen Charme. Auf der einen Seite sprießen die ersten Krokusblüten aus der Wiese und auf der anderen ist noch eine geschlossene Schneedecke.

Ebenfalls angetan hat es uns die Stadt Die nur ein paar Kilometer von unserem Übernachtungsplatz entfernt. Perfekt, um ein bisschen durch die Gassen zu schlendern und bei einem Kaffee die Sonne zu genießen.

Auf dem Weg weiter Richtung Meer sind wir ganz durch Zufall auf einen tollen Fotospot gestoßen. Auf einmal türmten sich vor uns auf der Straße Felsblöcke auf und neben uns fand ein Wasserfall seinen Weg nach unten. Da konnten wir natürlich nicht einfach weiter fahren, sondern haben uns samt Kamera den Weg nach unten gesucht. Das ist eines der Dinge, die ich an Roadtrips so liebe. Man entdeckt immer wieder tolle Plätze und kann einfach anhalten und diese erkunden.

Meer, Sonne, Felsen

Unser nächster Stop führte uns nach Cassis, eine kleine Stadt an der Cote D’Azur nicht weit von Marseille. Im Sommer ist hier sicherlich die Hölle los aber noch hielten sich die Menschenmengen in Grenzen, auch wenn es uns nach den verlassenen Bergen schon fast hektisch vorkam. Also hielten wir uns nicht lange in der Stadt auf, sondern schnürten erneut die Wanderschuhe. Zu Fuß erkundeten wir die bekannten Calanques – fjordartige Buchten im Nationalpark zwischen Cassis und Marseille. Türkisfarbenes Wasser, steil abfallende Felshänge und strahlender Sonnenschein. Diesen Ort werde ich sicher nicht so schnell vergessen.

Im Sommer ist es verboten, den Nationalpark zu betreten, da sehr hohe Brandgefahr herrscht und auch weil die Massen an Touristen der Natur schaden. Doch in der ruhigen Nebensaison ist es auf jeden Fall einen Besuch wert.

Hotspot für Kite-Surfer

Die Fahrt an der Küste entlang führte und als nächstes auf die Halbinsel Hyeres, welche besonders bei Kite-Surfern beliebt ist. Da wir jedoch nicht zum Surfen herkamen, suchten wir uns einen Platz an der dem offenen Meer zugewandten Seite der Insel. Dort ist es etwas felsiger und man kann schöne Spaziergänge am Wasser entlang unternehmen.

Nach den spektakulären Calanques konnten die kleinen Buchten hier allerdings nicht wirklich mithalten. Dafür entschieden wir uns, bei Sonnenaufgang zu einer nahe gelegenen Bucht zu wandern und das hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Stürmische Wanderung zum Cap Camarat

Der letzte Stop am Meer war für uns das Cap Camarat in der Nähe von Saint Tropez. Leider schlug das Wetter zu dem Zeitpunkt etwas um und es wurde sehr windig. Wir wollten dennoch die Umgebung erkunden und folgten dem kleinen Küstenpfad am unteren Ende des bekannten Plage de Pampelonne, dem längsten Sandstrand in der Umgebung. Der Pfad führt entlang den ins Meer abfallenden Felsen und bietet spektakuläre Ausblicke, die zum Träumen einladen.

Insgesamt kann man drei Kaps umrunden, das Cap Camarat, das Cap Taillat und das Cap Lardier. Dafür sollte man aber einen kompletten Tag einplanen. Aufgrund des Windes haben wir etwas früher umgedreht, waren aber dennoch beeindruckt von der tollen Landschaft.

Sehnsucht nach Lavendelfeldern

Langsam hieß es dann für uns, den Heimweg anzutreten. Auf dem Weg zurück machten wir noch einen Stop am Vercors-Canyon in der Provence. Das türkisblaue Wasser der Schlucht konnte auf jeden Fall mit dem der Calanques mithalten.

Auf dem Weg zum Eingang der Schlucht entdeckten wir außerdem ein weiteres tolles Örtchen: Moustiers-Sainte-Marie. Die engen Gassen führen den Berg hinauf und mitten durch den Ort fließt ein Wasserfall. Zeit, noch ein paar Souveniers zu kaufen. Der einzig negative Punkt der ganzen Reise waren wohl die Lavendelfelder rund um den Stausee. Und zwar, weil sie noch keine Blüten trugen. Die endlosen Reihen kleiner Büsche ließen jedoch zu gut erahnen, wie toll hier alles im Sommer aussehen muss, gekleidet in ein lila Blütenmeer. Definitiv ein Grund, nochmal wieder zu kommen.

Bis es wieder los geht bleibt nur das Träumen vom Meer.